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25.02.2020

Women in Finance – oder auch nicht?

Irene Brunner, BNP Paribas (Suisse) SA

Etliche Studien haben es bereits untersucht und kommen zum gleichen Ergebnis: Firmen mit einem gut diversifizierten Mitarbeiterstab zwischen Männern und Frauen sind im Schnitt innovativer und erzielen auch bessere Resultate im Vergleich zu ihren weniger diversifizierten Peers.  Investierbar gemacht wurde dieses Thema bereits vor einigen Jahren. Strukturierte Produkte mit Fokus auf Firmen, die in Bezug auf Diversity gut abschneiden, findet man bereits bei einigen Emittenten im Angebot. Doch wie sieht es bei den Marktteilnehmern selbst aus?

Ein genauer Blick auf den Status Quo vieler Schweizer Banken und Finanzdienstleister ist ernüchternd. Frauen im mittleren und höheren Management sucht man meist vergeblich. Das heisst allerdings nicht, dass diesbezüglich nichts getan wird. Viele Firmen haben das Thema Diversity bereits als strategisch wichtig erkannt, oftmals mangelt es aber noch an der praktischen Umsetzung. Selbst bei einem umfassenden Diversity-Programm greifen die Massnahmen nicht von heute auf morgen. Ziel ist meistens, dass sich eine höhere Frauenquote im unteren Management etabliert, die sich dann mit der Zeit durch das mittlere bis zum höheren und Top Management durchzieht. Ein wichtiges Erfolgskriterium dabei ist laut des Advance & HSG Gender Intelligence Report von 2019 den «unconscious bias» auszuschalten, also die unbewusste Voreingenommenheit die bei Beförderungen und Mitarbeiterbewertungen dafür sorgt, dass Männer besser bewertet werden.

Wie gross ein Problem ist, weiss man erst, wenn man es quantifiziert hat, sprich wenn man aufhört darüber zu sprechen und anfängt, es zu messen. Die BNP Paribas Gruppe beispielsweise hat sich zum Ziel gesetzt, einen Frauenanteil von 25% in ihren Executive Committees und einen von mehr als 30% in leitenden Positionen zu erreichen. Die Bank ist ausserdem Partner der UN-Kampagne «HeForShe», die die Gleichstellung der Geschlechter weltweit fördert, indem sie versucht, Männer zu mobilisieren, sich für diese Sache einzusetzen.

Im Vorstand des Verbands für Strukturierte Produkte sind zwei von sechs Mitgliedern Frauen. Somit sollten wir innovativer sein und bessere Resultate als andere Verbände erzielen, die hier schlechter aufgestellt sind. Ich persönlich hoffe vor allem, dass wir auch eine Vorbildwirkung haben und den (weiblichen) Nachwuchstalenten in der Branche zeigen, dass alles möglich ist!

Mehr Informationen zu HeForShe sind unter https://www.heforshe.org/en verfügbar.

Ein Selbsttest zum Thema «unconscious bias» ist unter folgendem Link abrufbar: http://genderiq.pwc.com/story_html5.html

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